Zwei Landesrekorde und 10 Medaillen

Eigentlich stellt man sich die Deutschen Stadionmeisterschaften eher sommerlich vor. Ende Juli – da sollte die Sonne scheinen oder wenigstens die Temperaturen deutlich über 20 Grad liegen. Beides war nicht wirklich der Fall am Wochenende 29.-31. Juli 2011 in Minden. Glück war da schon, dass es nicht ununterbrochen regnete. Schlechte Voraussetzungen für die Leichtathletinnen, die aus Halle nach Minden zur Deutschen Seniorenmeisterschaft II (ab 50 Jahre) gefahren waren. Allerdings zeigten sich diese relativ unbeeindruckt von den klimatischen Bedingungen.

Am überraschendsten von allen vermutlich das Abschneiden von Gabriele Reppe (USV Halle). Einen Tag vor den DM war sie aus Kalifornien zurück gekehrt, wo sie bei der Weltmeisterschaft der Senioren ordentlich für Furore gesorgt hatte. Den Jetlag komplett ignorierend sprintete sie über 100 m in der Altersklasse W55 nicht nur zur Silbermedaille sondern gleich noch zu einem neuen Sachsen-Anhalt-Rekord. Mit 14,59 s blieb sie gut 25 Hundertstel unter der Leistung, die ihre Teamkollegin Gisela Seifert vor etwa einem Jahr erbracht hatte. Es ist ihre erste Medaille bei Deutschen Meisterschaften im Sprint und eine Zeit, die sie zuletzt vor 10 Jahren über 100 m erreicht hat.

Mit diesem Erfolg im Gepäck ging Gabriele Reppe enorm euphorisiert in die Staffelentscheidung 4 × 100 m. Leider verletzte sich Startläuferin Andrea Zeller schon beim Start und konnte nur mit Mühe ihre 100 m beenden – Silber in 61,05 s war schließlich das Ergebnis. Die vier Damen der Startgemeinschaft aus Halle, komplettiert durch Ella Tendler (LAV Halensia) und Dagmar Hill, waren dennoch sehr glücklich. Sie hatten auch allen Grund, denn Dagmar Hill konnte sich als zweite erfolgreiche Frau vom USV im Sprint bewähren. In 14,31 s gewann sie Silber über 100 m W50. Beim Weitsprung (4,52 m) und Hochsprung (1,38 m) blieb ihr bei diesen Meisterschaften der Schritt aufs Treppchen verwehrt, Platz 4 in beiden Disziplinen. Ella Tendler, eher auf den längeren Distanzen zu Hause, lief dann auch über 1500 m in 5:25,74 auf Platz 4 und über 800 m erreichte sie in 2:38,20 min den fünften Platz.

Bei den Männern konnte Fritz Kallweit als ältester Teilnehmer des USV-Teams eine Silbermedaille im Speerwurf M80 erringen. Seine Weite: 25,74 m. Zu den sehr beständigen Athleten des USV gehört Hellmuth Klimmer. In Minden wurde er über 80 m Hürden M70 Dritter und beweist mit 14,84 s eine erstaunliche Leistungskontinuität über Jahre hinweg.
Ohne Medaille, aber mit einer sehr anständigen Leistung, absolvierte Horst Beige den 200 m Wettkampf. 28,36 s sind neuer Sachsen-Anhalt-Rekord in der Altersklasse 65 und reichen bei den DM für einen vierten Platz.

Die Medaillenkönigin dieser Meisterschaften wurde einmal mehr Christel Happ von Turbine Halle. Sie siegt im Diskuswurd W80 mit 17,18 m sowie im Hochsprung W75 mit 1,01 m – dort allerdings recht knapp auf Grund der besseren Serie. Silber errang sie mit der Kugel W80 (6,31 m) und im Weitsprung W75 (2,78 m). Und schließlich holte sie im Speerwurf W75 mit 18,52 m auch eine Bronzemedaille.

Ausführlichere Informationen zum Abschneiden weiterer Teilnehmer hier:
USV Halle
LAV Halensia
komplettes Ergebnisprotokoll

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